3. Woche

Montag, 3. Woche

Mindestens 3 km ein- und auslaufen.
Tempo: Möglichst im geplanten Marathon-Renntempo.

Wenn Du das Gefühl hast, das Marathon-Renntempo noch nicht über die ganze Strecke durchlaufen zu können, dann beginne langsamer und steigere Dich erst im Verlauf des Trainings auf die vorgeschriebene Geschwindigkeit. Auf jeden Fall solltest Du zumindest die letzten 5 km entsprechend schnell laufen können.


Dienstag, 3. Woche

Tempo: 45 – 60 sec langsamer als das geplante Marathon-Renntempo.
Ein paar Steigerungen erhöhen Deine Chancen. Insgesamt aber nicht schneller werden!

Mittwoch, 3. Woche

Tempo: 22 – 28 sec schneller als das geplante Marathon-Renntempo. Etwa 5 km Renntempo.

Heute macht es richtig Spaß. Nach dem üblichen Einlaufen beginnst Du mit dem Zweitausender und versuchst ihn gleichmäßig durchzulaufen. Danach gehst Du hundert Meter und fängst dann langsam an zu traben. Der Start zum nächsten Tempostück erfolgt immer aus der Bewegung heraus. Das heißt, Du bleibst nicht an der Linie stehen und startest dann mit mühseligen Gefummel an Deiner Uhr. Die Uhr wird schon 50 m vorher in den Startzustand gebracht und es wird losgelaufen mit einem Antritt, der Dich schon 2 m hinter der Startlinie auf ein höheres Tempo als vorgeschrieben bringt. Die nächsten 10 m nutzt Du, um auf das Plantempo zurückzufallen.

Ich hasse geradezu den "Traktorstart", bei dem mit viel Gekeuche und Gestöhne im Zeitlupentempo beschleunigt wird. Ein Läufer, der etwas auf sich hält, macht es wie ein Wildwestheld. Wenn die Zeit da ist, werden blitzschnell die Knie angezogen und es wird geballert, was die Beine hergeben. Und wer bis zum Ende durchhält, verschießt auf den letzten Metern noch seine letzten Kugeln.


Donnerstag, 3. Woche

Tempo: 60 – 75 sec langsamer als das geplante Marathon-Renntempo.

Keine Steigerungen, kein Schnell, kein Druck, nur bewegen und leise vor sich hinweinen. Was macht denn übrigens Dein Gewicht?


Freitag, 3. Woche

Tempo: 45 – 60 sec langsamer als das geplante Marathon-Renntempo.
Bewegung im Training: Spielchen oder Steigerungen!!

Geistige Vorbereitung auf morgen!


Samstag, 3. Woche

Tempo: 45 – 60 sec langsamer als das geplante Marathon-Renntempo.

Versuche während der Endbeschleunigung so gut es geht in die Nähe Deines Marathon-Renntempos zu kommen. 5 – 10 sec davon entfernt ist schon ein guter Wert. Er ist sehr abhängig von Deiner Tagesform. Einmal fällt Dir die Beschleunigung ganz leicht, ein anderes Mal mußt Du Dich für ein langsameres Tempo furchtbar quälen. Betrachte dabei aber immer die Geländestruktur. Wohnst Du in einer hügeligen Gegend, dann wirst Du es kaum schaffen, an Dein Marathon-Renntempo heranzukommen. Mir selbst fiel es aufgrund unseres Trainingsgeländes auch sehr schwer, an die Renngeschwindigkeit heranzukommen. Die Endbeschleunigung begann bei uns meist auf einem flachen Abschnitt an einer Talsperre. Dann aber folgte ein Hammer! 300 Höhenmeter auf 4,5 km.

Oben auf der Paßhöhe war dann Wertung und die Gruppe wurde wieder zusammengefaßt. Man mußte also taktieren, denn wie jeder Läufer weiß, geht es bei einem Training nicht nur um dieses, sondern auch um die Auseinandersetzung mit den Laufpartnern. Wer schon an der Talsperre zu sehr den Hahn aufdrehte, der hatte am Berg nichts mehr zuzusetzen, brach oft ein und wurde oben von den dort Wartenden gut durchbeleidigt. Die schlimmste Strafe war das Absingen von Wanderliedern bei der Ankunft des Geschlagenen und der Spruch: "Du kannst immer noch Kapitän der Dritten werden!" Damit war die dritte Mannschaft beim nächsten Marathon gemeint.


Sonntag, 3. Woche

Oder zweimaliges Training!
Tempo: 60 – 75 sec langsamer als das geplante Marathon-Renntempo.

Sind Deine Erwartungen erfüllt? In dieser Woche solltest Du schon eine steigende Form verspürt haben. Vorausgesetzt, daß Dein Gewicht stimmt und Du das Programm durchziehen konntest, solltest Du jetzt eine verstärkte Leistungsfähigkeit besitzen. Wenn nicht, dann kommt der "Form-Weihnachtsmann" aber ganz sicher in der nächsten Woche. Dann wird alles viel leichter, die harte Zeit hast Du dann hinter Dir, "die Post geht jetzt ab".

Ein Bier kannst Du Dir auch erlauben, falls Du im Spiegel schon Deine Rippen zählen kannst. Ich "zog" mir früher zu diesem Zeitpunkt zur Belohnung immer eine Flasche Riesling halbtrocken rein.